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Überlauf der Regentonne selber bauen: Höhe, Schlauch, Ablauf

Eine 200-l-Tonne ist bei 40 m² Dachfläche schon nach 5 mm Regen voll. Wie der nachgerüstete Überlauf sitzt und wohin das Wasser darf.

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Metallwanne mit Wasser und rosafarbenen Blütenblättern im Garten, Henkel sichtbar.
Foto: MrsBella / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Für den Überlauf einer Regentonne wird eine Tankdurchführung mit 3/4 oder 1 Zoll etwa 3 bis 10 cm unter dem Tonnenrand eingesetzt und beidseitig mit Flachdichtungen abgedichtet. Daran kommt ein Schlauch, der mit Gefälle vom Haus wegführt und in einem Beet, einer Mulde oder einer zweiten Tonne endet. Ohne durchdachten Ablauf steht das Wasser später am Fundament.

Brauche ich einen Überlauf? Wann die Tonne trotzdem überläuft

Jede Tonne, die an ein Fallrohr oder eine Dachrinne angeschlossen ist, braucht einen kontrollierten Weg für überschüssiges Wasser. Sonst läuft sie unkontrolliert über den Rand oder über den Deckel. Wie schnell das passiert, zeigt eine einfache Rechnung: 1 mm Niederschlag auf 1 m² ergibt 1 Liter Wasser (1 mm = 1 l/m²). Die Dachfläche mal Regenhöhe ergibt also die Wassermenge in Litern, ohne Verluste durch Verdunstung oder Rinnenreste.

Dachfläche5 mm10 mm15 mm20 mm
20 m²100 l200 l300 l400 l
30 m²150 l300 l450 l600 l
40 m²200 l400 l600 l800 l
60 m²300 l600 l900 l1.200 l

Rechenweg: Dachfläche in m² mal Regenhöhe in mm ergibt Liter. Beispiele: 30 m² × 15 mm = 450 l, das übersteigt selbst eine 300-l-Tonne. Bei 40 m² Dachfläche ist eine 200-l-Tonne nach 200 l ÷ 40 m² = 5 mm Regen voll. Ein Landregen von 10 mm liefert dort bereits das Doppelte des Fassungsvermögens.

Wie viel muss der Überlauf bei Starkregen abführen?

Ein Überschlag mit eigener Annahme: Fallen 5 mm in 5 Minuten auf 30 m², kommen 30 m² × 5 mm = 150 l in 5 Minuten an. Das sind 30 l/min oder 0,5 l/s. Die Annahme des Starkregens ist eine Setzung der Redaktion, kein Normwert. Genaue Durchflusswerte einer 3/4-Zoll-Durchführung nennen die Hersteller üblicherweise nicht. Die Überlaufleistung steigt mit dem Querschnitt, daher ist bei größeren Dachflächen die 1-Zoll-Variante die sicherere Wahl.

Material und Werkzeug: Tankdurchführung 3/4" oder 1"

Tankdurchführungen für Regentonnen gibt es in 3/4 Zoll und 1 Zoll. Die Gewinde haben ungefähr 26,4 mm (G 3/4) beziehungsweise 33,2 mm (G 1) Außendurchmesser. Diese Maße sind Richtwerte für das Rohrgewinde und keine Herstellerangabe zu einem bestimmten Produkt, vor dem Bohren muss daher der Außendurchmesser des tatsächlich gekauften Teils gemessen werden.

  • Tankdurchführung mit Gewinde, Mutter und zwei Flachdichtungen
  • Schlauchtülle passend zum Gewinde, Schlauch (Innendurchmesser passend zur Tülle) und Schlauchschelle
  • Lochsäge oder Stufenbohrer passend zum Gewinde, Akkuschrauber
  • Entgrater oder Messer, Bleistift, Maßband, Wasserwaage

Die Materialkosten liegen bei rund 10 bis 25 €. Das ist eine grobe Größenordnung, keine Preiserhebung. Übliche Durchführungen werden mit Flachdichtungen geliefert. Silikon darf höchstens ergänzend zum Einsatz kommen, ersetzt die Dichtung aber nicht. Metalldichtringe sind bei Kunststoffdurchführungen nicht vorgesehen.

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Bohrhöhe festlegen: warum 3–10 cm keine feste Regel sind

Im Netz kursieren Angaben von „3 bis 5 cm“ über „5 bis 10 cm“ bis zu „genau 10 cm“ unter dem Rand. Eine Norm oder Herstellervorgabe dazu gibt es nicht. Die Höhe ist eine Konstruktionsfrage und hängt von drei Dingen ab: der Form der Tonne, dem Sitz des Deckels und dem Schmutz, der auf der Wasseroberfläche schwimmt. Als Spanne gelten 3 bis 10 cm unter dem Tonnenrand.

  • Tonnenform: Bei eingezogenem Rand oder aufliegendem Deckel kann eine tiefere Position nötig sein, damit der Wasserspiegel nicht am Deckel steht.
  • Deckelsitz: Der Deckel darf nicht ins Wasser eintauchen oder den Überlauf verdecken.
  • Schmutz auf der Wasseroberfläche: Er beeinflusst, wie hoch der Überlauf sinnvoll sitzt. Eine feste Zuordnung gibt es nicht.
3–10 cm Überlauf Gefälle vom Haus weg Schlauchende tiefer als Überlauf
Grafik: Redaktion

Schritt für Schritt: bohren, entgraten, abdichten, Dichtheitsprobe

  1. Höhe anzeichnen: Position 3–10 cm unter dem Rand wählen, auf der Seite, die vom Haus wegzeigt. Mit Wasserwaage übertragen und mit Bleistift markieren.
  2. Loch bohren: Lochsäge oder Stufenbohrer auf das Gewinde-Außenmaß der Durchführung abstimmen, mit niedriger Drehzahl bohren, um Risse im Kunststoff zu vermeiden.
  3. Entgraten: Bohrkante innen und außen mit Entgrater oder Messer glätten, damit die Dichtung plan aufliegt.
  4. Durchführung einsetzen: Eine Dichtung innen, eine außen auflegen, Mutter handfest anziehen, dann eine Viertelumdrehung nachziehen. Zu starkes Anziehen verformt die Tonnenwand.
  5. Schlauch anschließen: Tülle aufschrauben, Schlauch mit Schelle sichern.
  6. Dichtheitsprobe: Tonne bis über die Durchführung füllen, einige Stunden beobachten. Tropft es, die Mutter nachziehen oder die Dichtungen prüfen, bevor die Tonne angeschlossen wird.

Wohin mit dem Wasser? Beet, Mulde, zweite Tonne, Kanal

Nach § 55 Abs. 2 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) soll Niederschlagswasser ortsnah versickert, verrieselt oder ohne Vermischung mit Schmutzwasser in ein Gewässer eingeleitet werden, soweit keine Vorschriften oder wasserwirtschaftlichen Belange entgegenstehen. Das ist eine Sollvorschrift. Laut Sächsischem Umweltministerium bedeutet „ortsnah“ nur einen engen räumlichen Zusammenhang, die Versickerung muss nicht auf dem eigenen Grundstück stattfinden.

Die Einzelheiten der erlaubnisfreien Versickerung regelt das jeweilige Landesrecht. In Baden-Württemberg gilt sie nach der Gesetzeslage als schadlos bei flächenhafter Versickerung oder in Mulden mit mindestens 30 cm bewachsenem Boden. Verbindlich ist der Wortlaut der Landesverordnung. Einzelne Gemeinden können über Satzungen zusätzliche Vorgaben machen, etwa zum Anschlusszwang an die Kanalisation. Wer unsicher ist, fragt vor dem Umbau bei Gemeinde oder Wasserbehörde nach. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

ZielAufwandRisiko
Beet oder Rasenflächegering, nur Schlauch verlegenStaunässe bei lehmigem Boden
Versickerungsmuldemittel, Mulde aushebenLandesrecht beachten, Abstand zum Haus
Zweite Tonnegering, Schlauch und VerbinderNotüberlauf am Ende nötig
Kanal / Regenwasserleitunghoch, vorher Gemeinde fragenRückstau, örtliche Vorgaben

Schlauchführung: Gefälle und Schlauchende

Der Schlauch braucht durchgehend Gefälle vom Haus weg. Als Richtwert werden 1 bis 2 cm je Meter genannt. Das ist eine Annahme zur Orientierung, keine Normvorgabe. Das Schlauchende liegt tiefer als die Überlauföffnung, sonst staut sich das Wasser zurück in die Tonne. Der Ablauf endet in ausreichendem Abstand zum Fundament, damit Wasser nicht an die Kellerwand zurückfließt.

Zwei Tonnen koppeln: Notüberlauf am Ende

Bei Reihenschaltung läuft die erste Tonne über einen Schlauch in die zweite. Der Überlauf der zweiten Tonne liegt dann auf gleicher Höhe oder etwas tiefer als der der ersten, damit das Wasser der ersten Tonne nicht zurückstaut. Die letzte Tonne in der Reihe braucht einen eigenen Notüberlauf mit Ablauf in Beet oder Mulde, weil sonst die letzte Tonne unkontrolliert überläuft: Zwei leere 200-l-Tonnen fassen 400 l, bei 40 m² Dach sind sie nach 10 mm Regen (400 l) bereits voll.

Wenn das Fallrohr direkt in die Tonne mündet

Ein offen ins Fallrohr mündender Zulauf kann bei Starkregen mehr Wasser liefern, als ein kleiner Überlauf abführt. Ein Regensammler (Füllautomat) im Fallrohr schafft Abhilfe: Er leitet bei voller Tonne das Wasser im Fallrohr weiter, statt es in die Tonne zu drücken.

VarianteAufwandRisiko
Fallrohr direkt in die Tonnegeringhoch bei Starkregen, Überlauf kann überfordert sein
Regensammler im Fallrohrmittel, Rohr kürzen und einbauengering, Wasser bleibt im Fallrohr
Seitenzulauf mit Überlaufmittel, Überlauf bohrenmittel, abhängig vom Querschnitt

Für den Einbau eines Regensammlers wird das Fallrohr auf der gewünschten Höhe gekürzt, der Sammler eingesetzt und der Anschlussstutzen zur Tonne geführt. Der Überlauf der Tonne bleibt trotzdem sinnvoll, weil der Sammler nicht jede Menge sofort abschneidet.

Häufige Fehler

  • Schlauch ohne Gefälle: Das Wasser bleibt im Schlauch stehen und fließt nicht zuverlässig ab.
  • Ablauf am Fundament: Das Wasser sucht sich den Weg zurück zur Hauswand. Der Ablauf muss in ausreichendem Abstand zum Haus enden.
  • Zu kleiner Querschnitt: Eine 3/4-Zoll-Durchführung kann bei großer Dachfläche und Starkregen überfordert sein. Dann auf 1 Zoll wechseln oder einen Regensammler einbauen.
  • Schlauchende über dem Überlauf: Es entsteht Rückstau in die Tonne.
  • Zu festes Anziehen: Die Tonnenwand verformt sich, die Dichtung liegt schief auf.

Sicherheit: Kinder, Mücken, Frost

Regentonnen müssen kindersicher mit festem Deckel verschlossen werden, wie unter anderem das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit und die BAG Mehr Sicherheit für Kinder empfehlen. Die Checkliste:

  • Fester Deckel, der sich von Kindern nicht anheben lässt, ohne Lücken am Rand.
  • Überlauf und Zulauf mit Gitter oder Laubsieb sichern, damit keine Mücken zur Eiablage eindringen.
  • Schlauchende frei zugänglich halten, damit es nicht verstopft.
  • Vor dem ersten Frost Tonne entleeren, Schlauch lösen und abtropfen lassen.

Häufige Fragen

Wohin sollte der Überlauf der Regentonne leiten?

In ein Beet, eine Mulde oder eine zweite Tonne, mit Gefälle vom Haus weg. Ob und wie versickert werden darf, regelt das Landesrecht.

Wie läuft die Regentonne nicht über?

Mit einem Überlauf, der mindestens so viel Wasser abführt, wie über den Zulauf hereinkommt. Bei großer Dachfläche hilft ein Regensammler im Fallrohr oder eine zweite Tonne.

Wann kann das Sammeln von Regenwasser verboten sein?

Das Auffangen in der Tonne ist üblicherweise unproblematisch. Einschränkungen betreffen meist die Einleitung ins öffentliche Netz oder die Versickerung nach Landesrecht und kommunaler Satzung. Im Zweifel fragt man bei der Gemeinde nach.

Welche Möglichkeiten gibt es, Regenwasser ohne Fallrohr aufzufangen?

Etwa durch eine Tonne unter dem Rinnenende oder durch Auffangen an der Regenkette. Auch dort braucht die Tonne einen Überlauf, weil die Wassermenge von der Dachfläche abhängt.

Wie lange darf Wasser in der Regentonne stehen?

Eine feste gesetzliche Frist gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Deckel dicht schließt und Zu- und Überlauf gesichert sind, damit sich keine Mücken ansiedeln. Vor dem Frost wird die Tonne ohnehin entleert.

Fazit

Der Überlauf ist mit Tankdurchführung, zwei Flachdichtungen und etwas Schlauch schnell nachgerüstet. Die Bohrhöhe liegt zwischen 3 und 10 cm unter dem Rand und richtet sich nach Tonnenform und Deckel. Wichtiger als das Loch ist der Ablauf: Gefälle vom Haus weg, Schlauchende tiefer als der Überlauf, mehrere Meter Abstand zum Fundament. Bei größerer Dachfläche ist 1 Zoll oder ein Regensammler die sicherere Wahl. Wer das Wasser in eine Mulde leitet, klärt vorher das Landesrecht.

Quellen

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