Marder graben in der Regel keine eigenen Löcher in den Garten. Sie nutzen vorhandene Hohlräume wie Spalten, Terrassenunterbauten, Holzstapel oder Schuppen, und eine Öffnung ab etwa 5 cm genügt zum Durchschlüpfen. Wer Erdlöcher im Rasen findet, hat deshalb meist Mäuse, Wühlmäuse oder Ratten zu Gast, in einzelnen Fällen auch Insekten.
Die Aussage zum Grabverhalten entspricht der verbreiteten Lehrmeinung, wie sie etwa der Händlerblog von Baumarkt.eu wiedergibt. Sie ist als gut gestützte Regel zu lesen, nicht als Naturgesetz.
Hinweis: Die Rechtsangaben in diesem Beitrag geben den Stand 2025/2026 wieder und können regional abweichen. Verbindlich ist die Auskunft der unteren Jagdbehörde oder der unteren Naturschutzbehörde.
Graben Marder Löcher? Kurzantwort
Nein, im Normalfall nicht. Marder nutzen vorhandene Hohlräume wie Spalten, Terrassenunterbauten, Holzstapel und Schuppen. Ein Loch im Rasen ist dafür uninteressant.
Ein Marder kann ein bereits vorhandenes Loch durchqueren. Als Verursacher kommt er trotzdem selten infrage. Wer ein Loch findet, sollte deshalb nicht bei „Marder“ stehen bleiben, sondern nach den Tieren suchen, die tatsächlich graben (siehe Abschnitt zur Zuordnung nach Lochgröße).
So erkennt man Marderspuren: Kot, Tritte, Geräusche
- Kot: wurstförmig, gedreht, etwa 8–10 cm lang, mit zugespitzten Enden. Er enthält oft Reste von Haaren, Kernen oder Insektenpanzern.
- Trittsiegel: Fünf-Zehen-Abdruck mit Krallenspuren, am ehesten in feuchtem Boden, Schnee oder auf staubigen Flächen erkennbar.
- Geräusche: Poltern, Kratzen und Rennen, vor allem zwischen etwa 22 und 5 Uhr.
Die Kotmaße sind als Richtwert zu verstehen. Ohne den gedrehten Aufbau mit Spitzen und Haarresten bleibt die Zuordnung unsicher.
Wer gräbt dann? Löcher nach Größe zuordnen
Wer im Rasen oder Beet Löcher findet, kann den Verursacher über Durchmesser, Form, Aushub und Lage eingrenzen. Die Tabelle fasst die Merkmale aus mehreren Quellen zusammen. Wo sich Quellen widersprechen, steht die Spanne.
| Verdächtiger | Durchmesser | Form / Merkmal | Erdaushub | Typischer Standort |
|---|---|---|---|---|
| Feldmaus | ca. 3 cm | rund | – | – |
| Maus / Spitzmaus | 2–5 cm | rund, klein | – | – |
| Wühlmaus | über 5 cm | hochoval | – | – |
| Ratte | 5–20 cm je Quelle | rund | – | – |
| Erdbiene | – | kreisrund, Rand verfestigt | – | – |
| Marder | ab ca. 5 cm als Schlupfloch | kein eigenes Erdloch | nein | Spalten, Terrasse, Schuppen |
Die Angaben zu Ratten schwanken stark. Der Rattenbau-Artikel von Bau-Szene nennt 5–10 cm, Ruhr24 nennt 8–20 cm. Ein Loch, das deutlich größer ist als ein Mauseloch, spricht eher für Ratten. Eine feste Grenze lässt sich wegen der unterschiedlichen Angaben nicht nennen. Wühlmausgänge sind laut Bau-Szene (mit Verweis auf den Pflanzenschutzdienst NRW) hochoval und stets breiter als 5 cm.
Auch Löcher ohne Aushub sind nicht automatisch ein Hinweis auf Marder. Erdbienen und Erdwespen legen kreisrunde Löcher an. Erdbienen sind artengeschützt, Erdwespen nutzen oft vorhandene Höhlen und ziehen im Folgejahr weiter. Ein Wespenvolk lebt nur eine Saison und stirbt ab Oktober ab. Die leere Nesthülle kann im Winter gefahrlos entfernt werden.
Besonders geschützt sind Maulwurf, Spitzmäuse und Igel (§ 44 BNatSchG in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung, laut Bau-Szene). Sie dürfen nicht gefangen oder getötet werden. Wühlmäuse und Ratten dürfen dagegen bekämpft werden. Vor einer Bekämpfung muss das Tier sicher bestimmt sein.
Marder unter Terrasse und Schuppen: Zugänge sichern
Der realistische Marderkontakt im Garten liegt nicht im Rasen, sondern unter Bauteilen. Terrassenunterbauten, Gartenhäuser, Holzstapel und Carports bieten trockene Hohlräume mit mehreren Ein- und Ausgängen. Wer tagsüber Geräusche unter dem Terrassenboden hört, nachts Poltern am Schuppen, oder Kot an der Hauswand findet, sollte hier ansetzen.
Erst klären, ob Jungtiere im Quartier sind
Zugänge dürfen nicht vorschnell verschlossen werden. Während der Jungenaufzucht (Frühjahr bis Herbst) könnten Muttertiere ausgesperrt werden. Verschlossen wird erst, wenn sicher kein Tier mehr im Quartier ist (laut auftragsglueck.de). Entscheidend ist nicht der Kalender, sondern die sichere Kontrolle, dass kein Tier mehr im Quartier ist.
Praktisches Vorgehen:
- Zugänge identifizieren: Spalten, Lücken an Sockeln, Abstände unter Terrassendielen, offene Stellen an Schuppenwänden. Ab etwa 5 cm Öffnung kommt ein Marder durch.
- Nachts auf Geräusche achten. Sind Tiere im Quartier zu hören, wird nichts verschlossen.
- Erst wenn sicher kein Tier mehr im Quartier ist, die Zugänge so verschließen, dass keine Öffnung ab etwa 5 cm bleibt.
Was ist rechtlich erlaubt: Jagdrecht und Schonzeit
Marder unterliegen dem Jagdrecht, nicht dem Naturschutzrecht im engeren Sinn. Fangen oder Töten dürfen nur Jagdscheininhaber (laut gartenjournal.net). In befriedeten Bezirken wie Hausgärten und Hofflächen ruht die Jagd grundsätzlich. Das heißt in der Praxis: Privatpersonen dürfen Marder weder fangen noch töten, auch nicht mit Lebendfallen und anschließendem Aussetzen.
Gelegentlich liest man, Marder stünden „unter Naturschutz“. Das ist für den Steinmarder ungenau. Er ist ein jagdbares Wild mit Schonzeit. Für den Baummarder widersprechen sich die Quellen: Je nach Quelle gilt er nach § 44 BNatSchG als streng oder besonders geschützt und hat in mehreren Ländern eine ganzjährige Schonzeit (CMB Kammerjäger). Der Status wird uneinheitlich dargestellt und sollte bei der zuständigen Behörde erfragt werden.
Stein- und Baummarder: kaum zu unterscheiden
Rechtlich ist die Unterscheidung relevant, praktisch gelingt sie Laien kaum. Eine sichere Bestimmung ist für Laien kaum möglich. Im Zweifel ist vom strengeren Schutz auszugehen.
Schonzeit im Überblick
| Region | Schonzeit Steinmarder |
|---|---|
| Meiste Bundesländer | 01.03.–15.10. |
| Brandenburg | abweichend, Ende laut Quelle 31.08. |
| Bremen | 01.02.–31.10. |
| Mecklenburg-Vorpommern | ganzjährig |
Die Angaben stammen von gartenjournal.net (2026). Die Schonzeiten werden per Landesjagdzeitenverordnung geregelt und können sich ändern. Vor jeder Maßnahme sollte die aktuelle Fassung bei der unteren Jagdbehörde erfragt werden.
Die Schonzeit betrifft die Jagd, nicht das Verschließen von Zugängen. Wegen der Aufzucht ist ein Verschluss im Zeitraum 01.03.–15.10. jedoch nur nach sicherer Kontrolle ratsam. Entscheidend ist, dass sicher kein Tier mehr im Quartier ist.
Vergrämen: Was belegt wirkt und was nicht
Die Wirksamkeit der gängigen Vergrämungsmittel ist unterschiedlich gut belegt:
- Zugänge verschließen: Das Verschließen ist nur nach Kontrolle auf Tiere im Quartier ratsam.
- Ultraschallgeräte: Eine Wirkung ist nicht nachgewiesen, auch wenn einige Übersichten sie als hilfreich darstellen.
Fangen und Töten von Mardern sind Privatpersonen untersagt. Zu Fallen allgemein gilt: Die Fangbeschränkungen der Bundesartenschutzverordnung (§ 4) schließen Klebefallen und offene Schlagfallen im Freien aus (laut Bau-Szene mit Verweis auf LAVES). Für Rattengift nennt Bau-Szene (Verweis auf BAuA) Einschränkungen: Antikoagulantes Rattengift sei seit 01.07.2026 nur noch für sachkundige Profis vorgesehen, Restbestände für Privatverbraucher dürften bis 22.10.2026 verwendet werden. Wer Ratten bekämpfen muss, sollte sich an einen zugelassenen Schädlingsbekämpfer wenden.
Fangen oder Töten dürfen nur Jagdausübungsberechtigte.
Häufige Fragen
Können Marder Löcher buddeln?
Eher nicht. Sie nutzen vorhandene Hohlräume. Ein frisch gegrabenes Erdloch im Rasen stammt in der Regel von einem anderen Tier.
Welches Tier buddelt ein großes Loch im Garten?
Die Quellen nennen für Rattenlöcher 5–20 cm, die Angaben widersprechen sich stark. Größere Löcher mit Aushub und Fraßspuren sprechen für Ratten. Eine Wildkamera klärt die Frage.
Durch welches Loch kommt ein Marder am ehesten?
Durch Öffnungen ab etwa 5 cm, die in einen trockenen Hohlraum führen: Lücken unter Terrassen, Spalten am Schuppen, offene Dachüberstände, Lüftungsschlitze.
Was vertreibt Marder aus dem Garten?
Am zuverlässigsten wirken Verschluss der Zugänge nach Kontrolle auf Jungtiere und das Entfernen von Futterquellen. Für Ultraschall und Duftmittel ist keine Wirkung nachgewiesen. Fangen und Töten sind Privatpersonen untersagt.
Ab welcher Uhrzeit sind Marder am aktivsten?
Typische Marder-Geräusche treten zwischen etwa 22 und 5 Uhr auf.
Fazit
Löcher im Garten sind selten Marderwerk. Zuerst Durchmesser, Form, Aushub und Lage notieren und mit der Tabelle abgleichen. Marder sind eher an Kot (8–10 cm, gedreht), nächtlichen Geräuschen und Spuren unter Terrasse, Schuppen oder Holzstapel zu erkennen. Zugänge werden erst verschlossen, wenn sicher kein Tier mehr im Quartier ist. Fangen und Töten bleiben Jagdausübungsberechtigten vorbehalten. Bei Zweifeln zu Tierart, Schonzeit oder Befall sind die untere Jagd- oder Naturschutzbehörde oder ein zugelassener Fachbetrieb die richtige Anlaufstelle.
Quellen
- Baumarkt.eu · Marder Löcher im Garten: Marder erkennen und tierfreundlich vertreiben · Abruf 08/2026 · baumarkteu.de
- gartenjournal.net · Marder aussetzen / Sind Marder geschützt · Abruf 2026 · gartenjournal.net
- gartenjournal.net · Marder-Schonzeit · Abruf 2026 · gartenjournal.net
- CMB Kammerjäger · Darf man Marder verjagen? · Abruf 2025 · cmb-kammerjaeger.de
- auftragsglueck.de · Marder im Dach vertreiben · Abruf 2026 · auftragsglueck.de
- Ruhr24 · Löcher im Garten von Ratte, Maulwurf oder Maus · Abruf 11/2024 · ruhr24.de
- Birchmeier · Löcher im Rasen – wer wohnt denn da? · Abruf 07/2024 · forum.birchmeier.com
- news-on-tour.de · Wespennest entfernen: bis 10.000 Euro Bußgeld drohen · Abruf 2026 · news-on-tour.de



